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Hier geäußerte Ideen und Gedanken können gerne mit, aber auch ohne Quellenangabe zitiert, weiter verbreitet und weiter gedacht werden. Es handelt sich um meine persönliche Meinung, die durchaus mit Programm und Zielen der Piratenpartei korrespondiert, aber nicht damit identisch sein muß.

Man ändert nichts, indem man die existierende Realität bekämpft. Um etwas zu verändern, baue ein neues Modell, welches das existierende überholt.
(R. Buckminster Fuller)


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FriedeG
Globalisierung, Zukunftsvision und realpolitische Chancen
Atomkraft und Not-wendige Phantasie
EHEC-Epidemie - Politik und Fachwissen
Nord-Süd, Rechts-Links, oder doch Oben gegen Unten?
Blut und das letzte Hemd zahlen für Rüstung und Korruption
2012
Okt.
03.

Globalisierung, Zukunftsvision und realpolitische Chancen

Das "System EU" ist nicht besser oder schlechter als das Amerikanische, Russische, Chinesische oder Islamische, auch wenn es uns zur Zeit natürlich hier besser geht. Spätestens seit der Globalisierung sind diese und andere Machtblöcke nur verschiedene Aspekte einer Menschheit, die im wesentlichen von Geld (genauer gesagt von Schulden) beherrscht wird. Das Wohlstandsgefälle zwischen diesen scheinbar getrennten Lebenswelten ist ein Funktionsprinzip in einer Welt, die nach dem Motto "Teile und Herrsche" regiert wird.

Wir hätten unseren relativen Wohlstand nicht, wenn nicht in anderen Teilen der Welt unter unmenschlichen Bedingungen die Menschen dafür erbarmungslos ausgepresst und um ihre Ressourcen betrogen würden. Die Klammer, die den Großteil der Welt zusammenhält ist das Prinzip "Zuckerbrot und Peitsche". Der Zugang fast aller Menschen zu den grundlegenden materiellen Bedürfnissen ist streng reguliert. So wie wir hier arbeiten (oder Sozialleistungen erbetteln) müssen, um unsere Rechnungen zu bezahlen oder aber mit dem Gerichtsvollzieher rechnen müssen, so stehen ganze Staaten vor der Wahl, ihre Ressourcen dem Meistbietenden zu verramschen oder durch militärische Intervention oder inszenierte Putsche ins Chaos gestürzt zu werden.

Seit den Hinrichtungen oder Enteignungen von Wucherern im Mittelalter halten sich die obersten Gläubiger lieber im Hintergrund und lassen diverse Diktatoren oder scheindemokratische Systeme mit ihren jeweiligen Horden von Soldaten, Polizisten, Geheimdiensten, Terrororganisationen oder schlichten Söldnern die Drecksarbeit erledigen. Jede hierarchische Herrschaftsform wird geduldet, solange sie sich dem Diktat des Finanzsystems beugt und die "eigenen Leute" ausreichend zuverlässig kontrolliert. Bewußt oder unbewußt, je nach Hierarchiestufe, sind die meisten Herrscher/Führer/Technokraten von Staaten, Konzernen, Banken, internationalen Organisationen, Massenmedien und sogar der großen Religionen in dieses System eingebunden.

Dadurch, dass die Spitze der Pyramide für die allermeisten Menschen unsichtbar bleibt, wird sie fast unantastbar, kann aber jederzeit alle Teilnehmer des Systems erpressen und im Zweifelsfalle vernichten. Gier und Verlustangst bei allen Beteiligten ebenso wie bei den beherrschten Mehrheiten garantieren die Reorganisation im Sinne der Strippenzieher nach jeder zerstörerischen Strafaktion gegen Versuche alternativer Organisationsformen.

Das moderne globale Finanzsystem dominiert inzwischen durch seine undurchsichtige Verflechtung von Zentralbanken, Börsen und internationalen Gremien sowohl die Realwirtschaft als auch die Regierungen aller mächtigen Staaten, letztlich über die Massenmedien auch die öffentliche Meinung und das Militär. Auch im Finanzsystem sind die übergroße Mehrzahl der Akteure in Banken, Börsen, Hedgefonds und Behörden nicht wirklich die Spieler, sondern Spielfiguren im wahnsinnig gewordenen Machtkampf einiger sehr weniger untereinander.

Unser Schlüssel zur Freiheit ist der Effekt aus "Des Kaisers neue Kleider". Die staatlichen Kredite, Aktienkurse, Schuldenberge und internationalen Knebelverträge sind letztlich nichts als Papier und Computerbits. Es gibt genug Arbeit, Arbeitswillige und Ressourcen für den Wohlstand aller Menschen, nur dass diese in Militär, Luxus, Verschwendung, Müll und Kontrollsysteme verschleudert werden, anstatt in friedliche Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe. Niemand könnte eine wirklich demokratisch gewollte Neuorganisation von unten her aufhalten, wenn die notwendige Bildung und Information dazu Allgemeingut werden würde. Wirtschaftsgesetze sind keine Naturgesetze sondern von bestimmten Gruppen für bestimmte Zwecke gemacht. Sie können geändert werden.

Militär ist letztendlich machtlos gegen diszipliniert friedlich protestierende Massen, solange sie sich nicht von dubiosen Provokateuren zur Gewalt verführen lassen. Gandhis originale Bewegung hat das ebenso bewiesen wie die selbstorganisierte Bürgerbewegung der DDR 1989. Zum Scheitern kommen solche Bewegungen nur, wenn auf erste Opfer mit Gegengewalt reagiert wird. Mit Gewalt kann die Zivilgesellschaft niemals geeint werden, und durch Gewalt militanter Gruppen können modernes Militär und Polizei nicht überwunden werden. Eine friedlich sitzende Menschenmenge, die vor ersten manchmal unvermeidlichen Opfern nicht zurückschreckt und friedlich bleibt ist unbesiegbar. Veränderungen der bestehenden Strukturen können nur evolutionär in Konsensprozessen und durch zivilen Widerstand (nicht revolutionär) vollzogen werden.

Eine basisdemokratisch organisierte Struktur kann letztendlich von niemandem an der internen Verwirklichung folgender Schritte gehindert werden:

  1. Alte Schulden sind als Produkt von Täuschung, Betrug und organisierter Kriminalität abzulehnen und lokale eigene Verrechnungsmethoden bzw. Währungen zu schaffen (Equivalente von Arbeitszeit, Produktivität und Ressourcen).
  2. Der Währungswert muß das tatsächliche Vermögen der Gesellschaft im Sinne ihrer Ressourcen und Arbeitsleistungen darstellen.
  3. Realwirtschaftliche Kredite müssen auf dem Guthaben von Sparern oder einem freien öffentlichen Vorschuß einer demokratischen Gesellschaft basieren und vollkommen transparent ausgehandelt werden.
  4. Die Kosten und Risiken von Kredit- und Geldwirtschaft müssen in festen Gebühren eingepreist und soweit wie möglich miteinander versichert werden. Zinsen, als von jeder Leistung losgelöstens Wachstum, sind realwirtschaftlich unsinnig, kontraproduktiv und werden verboten.
  5. Der Wert der meisten Produkte und Leistungen schwindet mit der Zeit. Ebenso muß der Wert der daraus erzielten angesammelten Geldvermögen zeitbedingt abgewertet werden, und zwar nicht durch Inflation, sondern systematische Besteuerung. Dadurch wird das destabilisierende und korrumpierende Anhäufen großer Geldmengen verhindert, Investitionen gefördert und der Geldfluß in Gang gehalten.
  6. Natürliche Ressourcen sind Allgemeingut und ein Anspruch darauf Geburtsrecht jedes Menschen. Eine wirtschaftliche Nutzung von natürlichen Ressourcen muß der Allgemeinheit bezahlt werden. Der Erlös ist für die Erschließung neuer Ressourcen und ein Bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen zu verwenden.
  7. Versicherungen sollten nicht durch das Anlegen von Kapital realisiert werden, sondern durch ein Netzwerk von Verträgen der gegenseitigen Solidarität, wie der klassische Generationenvertrag für die Rentenzahlungen.

Eine basisdemokratisch von unten nach oben kontrollierte Gesellschaft kann nicht von oben nach unten geplant und durchgesetzt werden. Das erfordert viel Umdenken und Lernprozesse, die sich nur friedlich und freiwillig von kleineren zu größeren Strukturen erproben und durchsetzen lassen. Strategisch bedeutet das, dass die vorherrschenden Machtverhältnisse und rechtlichen Rahmen beachtet und kreativ genutzt werden müssen.

Herkömmliche scheindemokratische Systeme mit rechtsstaatlichen Fassaden sind ein idealer Ort um solche Projekte aufzubauen. Allerdings sind hier der Widerstand der Etablierten und das Mißtrauen der mehr oder weniger satten Mitläufer der alten Strukturen stark und können auf vielerlei Weise sehr lähmend wirken. Andererseits ist in verelendeten chaotischen Gesellschaften der Leidensdruck und der Veränderungswille gewaltig, aber unter solchen Bedingungen ist es auch schwer, geeignete Ideen zu entwickeln, die nicht sofort wieder von gewalttätigen oder korrupten Verhältnissen zerstört werden.

Eine bessere Welt ist nicht zentral planbar oder machbar. Piraten können diese Ideen verbreiten und Teil eines solidarischen Netzwerkes von lokalen und regionalen Initiativen werden, wo immer sich eine Möglichkeit dazu auftut. Solange mehr neue Knoten im Netz entstehen als alte untergehen, sind wir auf einem guten Weg.


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Veröffentlichung in dieser Spalte nach meinem persönlichen GutDenken.
2011
Juni
11.

Atomkraft und Not-wendige Phantasie

Vor einigen Tagen wurde ich auf eine Nachrichtenmeldung über einen Sonnensturm aufmerksam und habe etwas recherchiert.

Es hat durch kleinere Sonnenstürme schon große Stromausfälle und Schäden in Kanada und Schweden (zB. 1989 und 2003) gegeben. 1859 führte ein Sonnensturm zu Polarlichtern, die auf der ganzen Erde beobachtet werden konnten. In Nordeuropa und Nordamerika schossen Starkströme durch Telegrafenleitungen, diese fingen Feuer und legten das gerade weltweit installierte Telegrafennetz lahm.

Wie es scheint, sind wir diesmal ganz knapp an einer irrsinigen Katastrophe vorbeigeschlittert, das Zentrum des Sturms hat die Erde offensichtlich knapp verfehlt. Darüber, wann, wie stark und in welcher Richtung solche KMA (Koronare Massen-Auswürfe) stattfinden, lassen sich natürlich im RÜCKblick tolle Statistiken und DARAUF AUFBAUEND Zukunftsprognosen und Risikoberechnungen anstellen. Doch Fakt ist (wie beim Fukushima-Beben): schlimmer geht immer! Ganz real kann jenseits aller Berechnungen JEDERZEIT ein "stärker als je dagewesener" Sonnensturm direkt die Erde treffen. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit dafür gering, und trotzdem kann es jederzeit plötzlich und mit voller Wucht eintreffen.

Selbst ohne die AKW ist diese Möglichkeit grauenvoll, aber aktuell (März 2011) sind laut World Nuclear Association 443 Reaktoren in Betrieb. Wie würden wir uns wohl anstellen, wenn auf einen Schlag alle Satelliten, Computer, Trafostationen, Strom- und Kommunikationsleitungen verbrutzeln würden? Selbst wenn sich weltweit alle AKW korrekt notabschalten würden - wie würden wir in dem Chaos der folgenden Stunden, Tage und Wochen (Monate? Jahre?) die permanente Notkühlung aufrecht erhalten? Ganz praktisch und konkret könnten ALLE AKW auf der Erde gleichzeitig so wie Fukushima enden - und damit wohl ein wesentlicher Teil unserer Zivilisation. Egal, welcher Rechenwert sich für dieses Restrisiko ergeben würde - es ist nicht akzeptabel.

Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.
(Friedrich Dürrenmatt im Anhang der Komödie "Die Physiker")

Das einzig Positive wäre wohl, dass auf einen Schlag sämtliche Schulden (und Guthaben) weltweit gelöscht würden. Gibt es tatsächlich Menschen, die das schlimmer finden würden?


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Veröffentlichung in dieser Spalte nach meinem persönlichen GutDenken.
2011
Juni
08.

EHEC-Epidemie - Politik und Fachwissen

Die teilweise Idiotie der üblichen Medienkommentare und "Experten-Zitate" nervt mich nun schon seit 2 Wochen. Weder unsere Politik noch unsere Medien scheinen in der Lage zu sein, sachdienlich und effizient die Öffentlichkeit zu informieren. DAS ist es, woran die Betroffenen gestorben sind und was den Landwirten und Steuernzahlern hunderte Millionen Schaden verursacht hat.

FALSCH ist, das es zur Vermeidung einer EHEC-Erkrankung vorteilhaft wäre, Gurken, Tomaten und Salat zu meiden. Wer so etwas amtlich veröffentlicht, sollte persönlich die sinnlosen Schäden in der Landwirtschaft bezahlen. Richtig ist, dass bei korrekter Hygiene in der Küche keine Gefahr besteht. (Obst Gemüse gründlich waschen, Fleisch gründlich garen, keine angerichteten Speisen warm herumstehen lassen). Meiden sollte man also diejenigen (Groß-)Küchen, wo man sich dieser Hygiene nicht sicher sein kann.

Basis- und Hintergrundwissen:

Das Wiederkäuergedärm ist der ursprüngliche, natürliche Lebensraum der EHEC-Bakterien und ohne diese (und viele andere Mikroben) würde die Rinderverdauung gar nicht richtig funktionieren - unsere Verdauung übrigens auch nicht. Auch wir haben nahe Verwandte dieser E.-coli Sippschaft ständig und ganz normal in uns, wo sie uns z.B. mit zusätzlichem Vit. B versorgen. Nur hat halt jede Art von Verdauung ihre eigenen angepassten "Mitesser" bzw. Symbionten. Die von den Rindviechern haben in unserer Verdauung nichts zu suchen und umgekehrt, sonst gibts eben mal Durchfall sozusagen als Großreinemachen - alles Jahrtausendelang bewährt.

Nun sind solche Keime genetisch nicht so festgelegt wie wir, schon weil sie nicht Generationszeiten von 20 Jahren sonderen eher von 20 Minuten haben. Wenn nun durch unnatürliche Maisschrot-Mast der Pansen übersäuert, vermehren sich die eher säureresistenten Bakterien besser. Wenn dazu in der Massentierhaltung jede Menge Antibiotika verabreicht werden, dann vermehren sich nur noch antibiotikaresistente Keime - und bei Keimzahlen von mehreren Milliarden finden sich immer einige, die überleben und unter den neuen Bedingungen dann sogar einen Vorteil gegenüber der ursprünglich natürlichen Population haben. Zusätzlich ist es bei Bakterien gar nicht so ungewöhnlich, dass Sie sich bei Stress oder neuen Situationen zusätzlich anpassen indem Sie ihr unterschiedliches genetisches Material miteinander austauschen. "Mutanten" entstehen da massenweise und jederzeit. Nur solange das Milieu jahrtausendelang gleich bleibt (z.B. Rinderpansen) bleiben auch die am besten angepaßten Symbionten stabil. Deswegen haben Bakterien, die ihren Wirt killen, normalerweise auch keine guten Überlebenschancen in der freien Wildbahn. (Doch diese Lösung ist für die betroffenen Personen heute natürlich ein schwacher Trost.) Also, für die Entstehung neuer, gefährlicher und antibiotikaresistenter Bakterien braucht es nicht unbedingt gentechnische Labors. "Normale" Massentierhaltung und nicht artgerechtes Mastfutter schafft das ganz nebenbei.

Nun zum Verbreitungsweg: Vom Rinderdarm in die Küche ist meiner Meinung nach totes Fleisch der wahrscheinlichere Weg (mangelhafte Schlacht-Hygiene), als vom Kuhfladen über die Gülle in die Erde dann auf die Pflanze und später irgendwie auf die Frucht (gedüngt wird VOR dem Anbau der Pflanzen). Natürlich ist auch dieser 2. Weg möglich, besonders bei auf dem Feld angematschten Pflanzenteilen, doch da muß es schon arg mit der Hygiene hapern, wenn jemand so etwas in den Salat schnipselt. Mit Fleisch gehen viele nachlässiger um, "weil es ja sowieso noch gebraten wird" ...

E.-coli sind normaler Weise keine Krankheiterreger, d.h. einzelne Exemplare, die in's Blut oder lebendiges Gewebe geraten, würden durch unser Imunsystem eliminiert, bevor sie sich massenhaft vermehren - ebenso einzelne Fremdkeime, die mühsam auf einer Gurkenschale überdauert haben "in der Hoffnung", wieder irgendwie in ein Rindviech zurück zu finden. Falls sie in eine gesunde menschliche Verdauung kommen, gehen sie in dem fremden Milieu in der Regel einfach unter und werden mit verdaut oder ausgeschieden. Andererseits sind Darmbakterien mit der Auswahl ihrer eigenen Ernährung nicht sehr wählerisch. Was da kommt, wird verwutzt. Aber eine Frucht (z.B. Gurke, Tomate) mit intakter Schale oder frische Salatblätter haben den Bakterien nicht viel zu bieten. Sie haben schließlich keine Zähne, um sich nach drinnen zu fressen.
Anders ist es dagegen mit totem Fleisch: kein zirkulierendes Blut, kein Imunsystem mehr, dafür optimale Feuchtigkeit und jede Menge Nährstoffe aller Art. Das reinste Schlaraffenland für derartige Allesfresser-Keime.
Im Labor wachsen sie z.B. optimal auf einer Art feuchtem Pudding mit Malzextrakt (Zuckerquelle) und Fleischextrakt (Eiweißquelle). Kommen sie in den Kühlschrank, heißts halt abwarten, bis es wieder Richtung Körpertemperatur geht, aber das können die sehr lange aushalten, Hitze nicht.
Auf totem Fleisch, offenen Eiern, angerührten mehr oder weniger (lau-)warmen Speisen aller Art vermehren sich E.-coli also fast explosionsartig: 1-2-4-8-16-32-64 ... (siehe auch exponentielle Kurven).
Schneidet also in einer Großküche jemand kontaminiertes Fleisch und auf dem gleichen Brett oder mit nicht ERNEUT gewaschenen Händen anschließend Obst, Gemüse und Salat, so können sich AB DIESEM MOMENT in den ZERSCHNITTENEN Pflanzenteilen, Soßen, Mayonaisen, Dressings usw. die Keime munter weiter vermehren und dann natürlich auch Vegetarier heimsuchen.

Eine Sprossenzucht ist natürlich anfällig als SEKUNDÄRER Verbreitungspfad, weil die Sprossen über Wachstum, Lagerung und Transport ständig feucht sein müssen. Auch kann man sie beim Waschen nicht so gut abrubbeln wie Gurken oder Tomaten. Wenn da also z.B. ein extern infizierterter Mitarbeiter mit der Hygiene nachlässig ist, können die Bakterien sich in diesem Medium zwar nicht ideal vermehren, aber trotzdem sehr weit verbreiten - je größer und industrieller die Produktion um so weiter die Streuung. Auch hier gilt also - kleiner und dezentraler hat durchaus Vorteile.


2010
April
28.

Nord-Süd, Rechts-Links, oder doch Oben gegen Unten?

Jemand wies mich auf einen Artikel in der JW vom 27.04.2010 über Griechenland hin, in dem meiner Meinung nach ein sogenannter Experte, Heiner Flassbeck, die Gegensätze und Verlustängste schürt, damit wir uns weiter melken lassen.

Ich sehe beim Thema Griechenland im Wesentlichen kein notwendiges nationales Gegeneinander. Das internationale Finanzsystem ist darauf eingerichtet, dass die Staatsschulden nie zurück gezahlt werden KÖNNEN. Im Gegenteil, die Banken würden zusammenbrechen, wenn plötzlich alle Schulden zurück gezahlt würden. Permanentes Wachstum heißt vor allem, dass prinzipiell immer mehr Kreditsummen vergeben als Tilgungen eingetrieben werden.
Das ergibt für die Banken natürlich nur dann einen Sinn, wenn von Zeit zu Zeit der absurd angewachsene finanzielle Druck in politischen Einfluß und wirtschaftliche Kontrolle "umgemünzt" wird (z.B. mit Hilfe des IWF). Dann gibt es sogar zeitweise ach so großzügigen Schuldenerlaß (= Abschreibung hoffnungslos ausgequetschter Fälle).

Ich sehe da eher einen Kampf verschiedener Bankengruppen untereinander, wer nun mal wieder wen schlucken darf: Welche Lobbyverbände reißen das Diktat über unser Wohl und vor allem unser WEHE am effektivsten an sich? Diese Machtkämpfe spielen sich im Hintergrund auf Kosten unserer echten realwirtschaftlichen, realkulturellen und realmenschlichen öffentlichen Interessen ab. Das absurde daran ist, das unsere Medien und Politiker tatsächlich einer Mehrheit glaubhaft machen können, wir müßten den Siegern beim dem Großen Fressen die Häppchen auch noch mit Steuergeldmilliarden versüßen und dafür an Straßenreparaturen, Spielplätzen, Bildungsqualität, modernen Feuerwehren usw. sparen!

In weniger vernetzten und regulierten Gesellschaften gab es dann ab und zu eine Inflation oder eben Krieg. Heutzutage braucht es schon einen konzertierten Angriff von Banken, Börsen, Ratingagenturen und gleichgeschalteten Medien, um den relativen Wohlstand der kleinen Leute in der Eurozone effektiv anzugreifen und uns gegeneinander auszuspielen. Genau das tut meiner Meinung nach auch der gute Herr Heiner Flassbeck, wenn er wie so viele "Experten" momentan die Fragen falsch stellt. Als ob das Diktat der Gläubiger ein unabwendbares Naturgesetz wäre und wir nur die Wahl hätten, uns gegenseitig zu zerfleischen oder miteinander zu bluten.
Das Problem haben wir nur solange, wie wir weiterhin Geld von verbrecherischen globalen Herrscherhäusern HABEN WOLLEN. Wenn wir - wie die Griechen jetzt - soweit sind, dass wir neue Kredite aufnehmen müssen um alte Zinsen zu bezahlen, spätestens dann müssen wir uns entscheiden, ob wir uns samt unseren Kindern und Enkeln effektiv verkaufen, oder ob wir dieses System an sich in Frage stellen.

Unsere Gier und Sorglosigkeit haben diese Herren so stark gemacht, dass sie nun ganze Volkswirtschaften ungestraft als Geisel in den Würgegriff nehmen können.
Wir könnten uns auch darauf besinnen, dass Geld ursprünglich ein Tauschmittel FÜR die Menschen untereinander sein sollte und "Kredit" wieder etwas sein könnte, was das Vertrauen einer (demokratischen) Mehrheit in die Fähigkeit innovativer Menschen ausdrückt, mit öffentlichem Vorschuß Gutes für alle Beteiligten zu erwirtschaften und das Risiko gemeinsam zu tragen. Wozu bräuchten wir dann aber noch globale private Kredithaie, die sowieso nur die Verluste an die Öffentlichkeit weitergeben?

Was wir jetzt mit den Chancen des Informationszeitalters wirklich bräuchten, wäre eine interessierte wachsame Öffentlichkeit und freie Medien, um Experten und kreative Köpfe nachvollziehbar zu publizieren und zu debattieren, die öffentlichen Angelegenheiten wirklich transparent aufzubereiten und sie grundlegend neu zu organisieren. Dann würde demokratische Kontrolle wieder möglich und nicht nur eine leere Floskel.


2010
April
27.

Blut und das letzte Hemd zahlen für Rüstung und Korruption

Im Stundentakt werden wir mit Nachrichten und Analysen über das bankrotte Griechenland und die Bedrohung für den Wert unserer Ersparnisse bombardiert. Dabei werde ich das ungute Gefühl nicht los, dass die wichtigen Fragen bei all dem Getöne gar nicht gestellt werden. Ein Lied fällt mir ein, was wohl fast jeder kennt, von Hannes Wader "Sag mir, wo die Blumen sind" - ein Prachtbeispiel von einer Geschichte, die bis zu Ende gedacht ist, nämlich bis zu den Soldaten und den Gräbern.
Nur drängt sich mir ein anderer Text dazu auf:

Wo sind die Milliarden hin?
Wo sind sie geblieben???
Was ist gescheh'n?
Banker holten Sie geschwind!
Wann wird man je versteh'n?

Heute wurde in den Nachrichten nebenbei erwähnt, dass das Geld nicht etwa so dringend gebraucht wird, weil die Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute, das Kindergeld und die Renten im nächsten Monat nicht bezahlt werden könnten. Sondern? Weil 9 Milliarden $ Kreditschulden nicht bezahlt werden könnten! Ob die armen Banker da wohl hungern müssen, wenn das Geld nicht pünktlich kommt? Sind das genau die krisengeschüttelten Banken, denen wir gerade mit 100ten an Milliarden aus der Patsche geholfen haben und die sich schon wieder gegenseitig ihre Boni zahlen?

Dann hat man da leise zwischen den Zeilen etwas von korrupten griechischen Politikern gehört, die durch ihre Mißwirtschaft das Land herunter gewirtschaftet hätten. Wo sind die denn geblieben? Könnten die uns nicht sagen, wo die Milliarden hin sind? Und gehören zur Korruption nicht immer zwei Seiten? Eine Seite die Geld nimmt und die andere, die dafür eine bestimmte Politik bekommt? Wäre das nicht der eigentliche Krimi, auf den sich die Medien stürzen müßten?
Gab es da nicht so einen unsinnigen kalten Krieg zwischen zwei benachbarten Nato-Staaten wobei eigentlich der eine zu dem anderen in die EU will? Noch absurder ist das Wettrüsten mit Kampfflugzeugen, Panzern, Schiffen und U-Booten auf beiden Seiten - wieder mal "Made in Germany"? In welchen Chefetagen fürchtet man wohl, dass damit jetzt Schluß sein könnte? Wass hätte man nicht alles an sinnvoller Arbeit GEMEINSAM damit finanzieren können!

Und dann ist da der Herr Dr. jur. Schäuble, der sich angesichts einer zaudernden Kanzlerin nicht schnell genug festlegen kann, dass wir (die deutschen Steuerzahler und leeren öffentlichen Kassen) den armen Griechen helfen müssen - die notleidenden Banker wieder glücklich zu machen! War da nicht etwas, mit schwarzen Kassen und Rüstungslobbyisten, die Herr Schäuble eigentlich gar nicht kennen wollte, von denen er aber trotzdem erwiesener Weise erstaunliche Summen ganz nebenbei entgegen genommen hat? Ja - da haben wir einen Finanzminister, der sich mit diesem System wirklich gut auskennt.

Und nun sollen die "eisernen" Bedingungen ausgehandelt werden, wie sich die Griechen dem Regime des IWF unterwerfen sollen, dafür, dass wir das nicht vorhandene deutsche Steuergeld unserer Kinder und Enkel den armen Bankern in den Rachen werfen und in der nächsten Runde dieses abgekarteten Spiels selber geknechtet und versklavt werden können. Aber der IWF wird schon die verschwundenen Milliarden wieder finden und in die richtigen Hände legen. Diese Experten haben ja Erfahrung mit korrupten Politikern, notleidender Rüstungsindustrie und mit dem Ausbluten ganzer Völker und Kontinente. Nun ist also Europa an der Reihe?

Es geht hier nicht um Griechenland gegen Deutschland sondern um Demokratie gegen Rüstungsprofiteure und Kredithaie (und gekaufte Medien und Politiker).
Wir sollten MIT den Griechen auf die Straßen gehen und endlich die richtigen Fragen stellen. Ich habe da schon so einen Ohrwurm, der manchen Leuten in den Ohren klingen sollte: "Wo sind die Milliarden hin? Wo sind sie geblieben??? ..." Das ist die heiße Spur, die zu den wahren Verantwortlichen und letztlich auch zu einer echten Lösung führt.

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